Polen

 

Ziele in der Umgebung

Jelenia Góra (Hirschberg)

Kotlina Jeleniogórska (Hirschberger Tal)

Das am Ende des 18. Jhs. vielerorts erwachende Interesse, Landschaften in Kulturlandschaften zu verwandeln, fand im malerischen Hirschberger Tal eine besonders deutliche Ausprägung. Denn die Hohenzollern und einige preußische Adelsfamilien erwarben hier Anfang des 19. Jhs. eine Reihe von Schlössern (u.a. Karpniki/Fischbach, Wojanów/Schildau, Bukowiec/Buchwald und Mysłakowice/Erdmannsdorf) und ließen sie romantisierend umbauen und mit kunstvoll gestalteten Anlagen umgeben. Beauftragt waren so renommierte Architekten und Landschaftsgestalter wie Karl Friedrich Schinkel, August Stüler und Joseph Lenné. Nachdem das preußische Erbe in kommunistischen Zeiten stark vernachlässigt wurde, versucht der polnische Staat nun, die vom Verfall bedrohten Schlösser zu retten - allerdings mit unterschiedlichem Erfolg.Als Ausgangsbasis empfiehlt sich das sehr gemütliche Schlosshotel Łomnica, 11 Zi., ul. Karpnicka 3, Łomnica, Tel. 075/713 04 60, Fax 713 05 33, www.schloss-lomnitz.pl, €€.

Krzeszów (Grüssau)
Krzeszów (Grüssau)
Die Klosteranlage gehört zu den schönsten spätbarocken Bauten in Polen

Die Abtei in Grüssau gehört zu den wertvollsten Architekturdenkmälern Schlesiens. Auch wenn sie etwas abseits liegt, nämlich 40 km südöstlich von Hirschberg: Der Weg lohnt! Die monumentale Fassade der Marienkirche überrascht genauso wie die überreiche Gewölbemalerei und ein Bild der Jungfrau Maria aus der italienischen Schule des 13. Jhs. Der eindrucksvolle Klosterkomplex hat seinen Ursprung im Jahr 1242, als Herzogin Anna, die Witwe des Herzogs Heinrichs II. die Abtei dem Benedikti-nerorden stiftete. In der Fürstenkapelle hinter dem Presbyterium befinden sich die Sarkophage der Herzöge Bolko I. und Bolko II. aus dem 14. Jh. In der frühbarocken Josefskirche gleich nebenan sind wertvolle Fresken von Michael Willmann d. Ä. zu sehen, einem der prominentesten Barockmaler Schlesiens.

Krzyżowa (Kreisau)
Krzyżowa (Kreisau)

Eine 1990 gegründete Initiative hat auf dem ehemaligen Sitz der Familie von Moltke, ca. 60 km östlich von Hirschberg, eine internationale Jugendbegegnungsstätte in der vorzüglich renovierten Anlage eröffnet. Eine Ausstellung im Haupthaus des Guts erinnert an den »Kreisauer Kreis«, in dem Oppositionelle um James von Moltke den Sturz von Adolf Hitler planten, sowie an jene Oppositionellen, die in Osteuropa am Zusammenbruch des Kommunismus teilhatten. 71 Zi., Krzyżowa 7, Grodziszcze, Tel. 074/850 03 00, Fax 850 03 05, www.krzyzowa.org.pl, €€

Książ (Fürstenstein)
Książ (Fürstenstein)
Hervorragend restauriertes Schlossmonument

Der ursprünglich im 13. Jh. entstandene mächtige Verteidigungskomplex, 55 km östlich von Hirschberg, erhielt sein heutiges Erscheinungsbild im 18. Jh. Terrassenförmige Gartenanlagen im Süd- und Westteil der Anlage sind ebenso zu besichtigen wie große Teile des riesigen, 400 Zimmer umfassenden Schlosses, unter denen der Maximiliansaal mit seinen reichen Dekorationen im Stil des Wiener Barock sicher zu den prunkvollsten gehört.Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs übernahmen die Nationalsozialisten das Anwesen. Unter Einsatz von 3000 Zwangsarbeitern begannen 1941 Umbauten zu einem Führerhauptquartier. In der Nachkriegszeit wurde das Schloss restauriert und ist heute zum Teil Hotel. Schloss Fürstenstein, Di-So 10-16, im Sommer bis 17 Uhr, ul. Piastów Sląskich 4, Wałbrzych

Swidnica (Schweidnitz)
Swidnica (Schweidnitz)
Friedenskirche: Europas größte Holzkirche steht in Swidnica

Einst nach Breslau der zweitwichtigste Ort Schlesiens, mutet Schweidnitz, 65 km östlich von Hirschberg, heute wie eine verträumte Provinzstadt an. Ein Spaziergang durch die Altstadt mit ihren restaurierten Renaissance- und Barockfassaden sollte den Neptunbrunnen und die gotische Pfarrkirche der hl. Stanislaus und Wenzel einschließen.Ein ganz besonderes Kleinod ist die Friedenskirche (kościół pokoju). Nur an genehmigten Orten dürften sie ihre Kirchen bauen, hatte der habsburgische Kaiser seinen protestantischen Untertanen im 17. Jh. mitgeteilt, und nur aus Holz und Lehm und ohne Glocke. Und weil diese im Westfälischen Frieden von 1648 zugestandene Glaubensfreiheit so unzureichend war, stattete man die Innenräume mit mehreren Emporen und Logen aus, sodass in der kleinen Kirche von Schweidnitz schließlich 3000 Sitzplätze und 4000 Stehplätze entstanden.2001 wurden die im Innern mit prunkvollem Barock geschmückten Friedenskirchen von Schweidnitz und dem 30 km entfernten Jawor (Jauer) in das Unesco-Welterbe aufgenommen. Jeden zweiten Sonntag findet ein Gottesdienst auf Deutsch statt. Mo-Sa 9-13 u. 15-17 Uhr, So ab 11 Uhr

Kłodzko (Glatz)

Glatzer Bergland

Das Glatzer Bergland mit der Stadt Glatz als Zentrum bildet den südlichsten Zipfel der polnischen Sudeten: ein 300-400 m hohes Hügelland, dessen höchster Punkt der 1425 m hohe Snieżnik (Glatzer Schneeberg) ist.Rund um Glatz gibt es die größten Mineral- und Heilwasservorkommen Polens - fünf Kurorte liegen in allernächster Umgebung: Richtung Westen kurz hintereinander Polanica Zdrój, Duszniki Zdrój (Bad Reinerz) und Kudowa Zdrój (Bad Kudowa). Polanicas Stolz im Frühsommer ist das Blütenmeer aus Rhododendren und Azaleen. Duszniki rühmt sich seines alljährlich in der ersten Augusthälfte stattfindenden Chopin-Festivals. Kudowa schließlich ruft mit seinen schönen Parkanlagen und den repräsentativen Villen aus dem 19. Jh. die einstige aristokratische Atmosphäre wach. Seit 2002 verfügt der Ort über eine besondere Attraktion: ein Hallenbad mit Aquapark, Sauna und Riesenrutsche. Informationen: Polanica Zdrój, ul. Zdrojowa 13, Tel. 074/ 868 24 44, info@polanica.pl. Duszniki Zdrój, Rynek 9, Tel. 074/ 866 94 13. Kudowa Zdrój, ul. Zdrojowa 44, Tel. 074/866 13 87. Informationen über das Glatzer Bergland auch unter www.glatzer-bergland.de.Übernachten können Sie in der schön restaurierten Villa Alexandra, 19 Zi., ul. Piastowska 3, Polanica Zdrój, Tel. 074/869 05 81, Fax 869 05 91, www.villa-alexandra.pl, €; oder im Akacja, einer vollständig renovierten Jugendstilvilla in der Stadtmitte, 21 Zi., Kudowa Zdrój, ul. Kombatantów 5, Tel./Fax 074/ 866 27 12, €. Zum Essen empfiehlt sich das Restaurant Zagroda w starym Młynie in einer denkmalgeschützten alten Mühle, 200 m neben der Hauptstraße E 8. Tgl., Kudowa Zdrój, ul. Fredry 10, Tel. 074/866 36 01, €€

Opole (Oppeln)

Brzeg (Brieg)

Einst schufen die Herzöge Friedrich II. und Georg II. ein Schloss, das als das reichste Beispiel der Renaissance in Schlesien galt. Ein Teil der Schlossflügel steht noch, sehenswert ist vor allem der Innenhof mit drei reich gegliederten Fassaden und der Torbogen mit vollplastischen Figuren des Bauherrn und seiner Frau. Interessant sind auch das Rathaus, die barocke Pfarrkirche und das Museum der schlesischen Piastengeschichte (Mi 10-18, Do-So 10-16 Uhr). Brieg (36 000 Ew.) liegt 45 km nordwestlich von Oppeln.

Góra Świętej Anny (Annaberg)
Góra Świętej Anny (Annaberg)Góra Świętej Anny (Annaberg)
Vom Kloster auf dem Annaberg weit über das Oppelner Land blicken

Bei schönem Wetter ist der Annaberg sogar von Oppeln (30 km südlich) aus zu sehen: Die von den Franziskanern (1733-49) errichtete Klosterkirche steht auf der mit 411 m höchsten Erhebung in der flachen Oderebene. Seit dem 18. Jh. pilgern Zehntausende zu diesem Wallfahrtsort, an dem sich polnische Aufständische 1921 erhoben, obwohl dieser Teil Oberschlesiens aufgrund einer Volksabstimmung beim Deutschen Reich geblieben war. Heute ist hier ein Museum untergebracht, das die Geschichte des polnischen Schlesien ausführlich dokumentiert (Di-Fr 9-15 Uhr, Sa 9-12 Uhr).

Nysa (Neiße)

Im Stadtzentrum der etwa 60 km westlich von Oppeln liegenden Stadt (46 000 Ew.) fällt sofort die spätgotische Hallenkirche St. Jakobus ins Auge. Nach starken Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg wurde sie 1956-60 wieder aufgebaut. Sehenswert sind ferner das alte Jesuitengymnasium Collegium Carolinum, das Waaghaus am Ring, die spätbarocke Peter-und-Paul-Kirche, die evangelische Kirche St. Barbara und die Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Auf dem Jerusalemer Friedhof ist der Dichter Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857) beigesetzt.

Riesengebirge

Jagniątków (Agnetendorf)

Die Attraktion des kleinen Dorfs ist Haus Wiesenstein. Gerhart Hauptmann ließ sich dieses burgähnliche Gebäude im Jugendstil erbauen, um hier ab 1902 zu leben. Der Autor der »Weber« und von »Hanneles Himmelfahrt« verließ Wiesenstein nicht einmal, als am 9. Mai 1945 die russischen Truppen einrückten, und lebte hier bis zu seinem Tod am 6. Juni 1946. Über Leben und Werk des Nobelpreisträgers informiert ein Museum (ul. Michałowicka 32, Di-So 9-16 Uhr, www.dom-gerharta-hauptmanna.pl).

Karpacz (Krummhübel)

Karpacz (5000 Ew.) am Fuß der Schneekoppe war einst eine Siedlung von Holzfällern, Teerbrennern und so genannten Laboranten - Laienapothekern, die den Kräuterreichtum der Gegend zur Herstellung von Arzneien nutzten. Heute bildet Karpacz mit Szklarska Poręba das Touristenzentrum im Riesengebirge. Ein 2,3 km langer Sessellift führt zur Kleinen Koppe (von dort Aufstieg zur Schneekoppe).Am besten nähert man sich über den Ortsteil Karpacz-Górny (Brückenberg): Gleich am Ortseingang verweisen große Schilder auf die Kirche Wang. Als dieses Gotteshaus in Norwegen wegen Baufälligkeit abgerissen werden sollte, kaufte Friedrich Wilhelm IV. das mit zahlreichen Holzschnitzereien verzierte Kleinod der skandinavischen Holzbaukunst, ließ es abtragen, in Karpacz wieder aufbauen und 1844 feierlich einweihen (tgl. 9-17 Uhr, im Sommer bis 18 Uhr). Noch heute dient es der evangelischen Gemeinde für ihre Gottesdienste.Als Attraktion mitten im Ort lockt eine Sommerrodelbahn (ul. Parkowa 10) von 1060 m Länge mit zwei Tunneln - geöffnet von 10 Uhr bis zur Dämmerung. Auskunft im Informationszentrum, ul. Konstytucji 3 maja 25a, Tel. 075/ 761 86 05, Fax 761 97 16, www.karpacz.com.pl. Unterkunft im Hotel Ariston, 13 Zi., ul. Piastowska 2a, Tel./Fax 075/761 95 12, €, oder im eleganten Hotel Rezydencja, 60 Zi., ul. Parkowa 6, Tel. 075/ 761 80 20, Fax 761 95 13, www.hotelrezydencja.pl, €€.

Parada
ParadaParada
Ein Ort für Künstler: Eigenwillig, kreativ und auf einem Kamm des Riesengebirges gelegen: das Drei-Kulturenhaus »Parada« in Niedamirów

Verträumt, abgeschieden, mit malerischen Ausblicken von 700 m Höhe ins polnische und tschechische Riesengebirge: Im Grenzdorf Niedamirów bei Lubawka, 50 km südöstlich von Jelenia Góra, hat sich das Drei-Kulturenhaus Parada niedergelassen, um Tschechen, Polen und Deutsche anzunähern. Tel. 075/746 60 21, www.parada.de

Śnieżka (Schneekoppe)
Śnieżka (Schneekoppe)

Die Schneekoppe ragt 250 m über den Riesengebirgskamm. Auf ihrer kahlen, granitenen Spitze befinden sich eine Kapelle (1668), ein Restaurant und eine Wetterstation. Bei klarem Himmel hat man von hier eine Sicht bis Breslau (99 km) und Prag (121 km). Das Klima ist rau - die Durchschnittstemperatur beträgt gerade einmal 0,1 Grad, und oft hängt Nebel in den Bergen.

Szklarska Poręba (Schreiberhau)
Szklarska Poręba (Schreiberhau)

Der weit verzweigte Kurort (8400 Ew.) zieht sich in viele Seitentäler des Zacken bis hinauf zum Kamm. Ursprünglich als Glasmachersiedlung entstanden - 1842 gründete Graf Leopold Schaffgotsch die Josephinenhütte, die sich zur bedeutendsten Kunstglashütte Schlesiens entwickelte -, lebt der Ort heute vor allem vom Tourismus.Der Sessellift (9-16 Uhr, 30 Zł.) führt von der Talstation im Ortsteil Marysin (Mariental) in 20 Minuten auf die Szrenica (Reifträger) - eine in der Regel sehr windige Angelegenheit in 1362 m Höhe, die einen schönen Blick auf das tschechische wie polnische Riesengebirge bietet. Wer will, kann in der Baude Szrenica nicht nur herzhaft essen, sondern sogar übernachten (Tel. 075/752 60 11, Fax 752 32 00, €). Zurück in der Talstation bietet sich noch ein 30 Minuten langer Fußweg zum Wodospad Kamienczyk (Zackelfall) an, einem Wasserfall, der 27 m herabstürzt.Touristenbüro: ul. Jedności Narodowej 3, Tel. 075/717 24 49, Fax 754 77 42, www.szklarskaporeba.pl. Empfehlenswerte Übernachtungsmöglichkeiten sind das Hotel Sasanka mit Wellnessangeboten, 48 Zi., ul. Słowackiego 4, Tel. 075/ 752 80 00, Fax 717 36 80, www.hotel-sasanka.pl, €€-€€€, und die Pension Orla Skała, 20 Zi., ul. Orla Skała 2, Tel. 075/717 34 02, www.orlaskala.com, €.

Wrocław (Breslau)

Oleśnica (Oels)

30 km nordöstlich von Breslau liegt Oels (36 000 Ew.). Das schon vor 1300 gebaute Schloss wurde später im Renaissancestil neu errichtet und zählt heute zu den schönsten Schlössern Schlesiens. Sehenswert vor allem: die spätgotische Schlosskirche St. Johannes, das Rathaus und die barocke St.-Trinitatis-Kirche.

Trzebnica (Trebnitz)

In der 25 km nördlich von Breslau gelegenen Kleinstadt (9000 Ew.) ließ Herzog Heinrich der Bärtige auf Bitten seiner Gemahlin, Hedwig von Andechs-Meran, das erste Frauenkloster der Zisterzienser errichten (1224). Das Grab der schon 1267 heilig gesprochenen Hedwig wurde schnell zu einem der wichtigsten schlesischen Wallfahrtsorte.

Kraków (Krakau)

Czestochowa (Tschenstochau)
Czestochowa (Tschenstochau)
Ikone der Schwarzen Madonna: Die Mutter Gottes auf dem Berg Jasna Góra in Tschenstochau

Tschenstochau ist der Ort Marias - der Mutter Gottes und der Mutter Polens. Ohne Maria - davon sind die Polen überzeugt - hätten die Paulinermönche 1655 die Kirche nicht gegen die schwedischen Ketzer verteidigen können; bis in die heutigen Tage pilgern jedes Jahr vom 1. bis 15. August Hunderttausende von Gläubigen zur Ikone der Schwarzen Madonna. Tschenstochau liegt 160 km von Krakau in Richtung Łódź. Übernachten können Sie im Hotel Patria, 90 Zi., ul. Ks. Popieluszki 2, Tel. 034/324 70 01, mer.patria@orbis.pl, €€.

Kalwaria Zebrzydowska

Das Sanktuarium aus dem 17. Jh. (44 km südwestlich von Krakau) bildet zusammen mit den Kirchen und Kapellen der 40 Stationen des Leidenswegs Christi eine sich über 6 km erstreckende Kulturlandschaft (Unesco-Welterbe). Der spätere Papst Karol Wojtyla wurde im 14 km entfernten Wadowice geboren, wo man in seinem Geburtshaus an ihn erinnert (Mai-Sept. 9-13 u. 14-18, Okt.-April 9-12 u. 13-16 Uhr).

Ogrodzieniec

Auf dem höchsten Punkt der 30 km breiten Hochebene zwischen Krakau und Tschenstochau thront die märchenhafte Burg Ogrodzieniec. Im 16. Jh. von einem Krakauer Bankier errichtet, steht sie seit einem Überfall schwedischer Truppen 1702 als gespenstische Ruine.

Oświęcim (Auschwitz)
Oświęcim (Auschwitz)
Mahnmal des Grauens: das größte aller Konzentrationslager

Rund 60 km westlich von Krakau ließ Hitler 1940 das größte Konzentrationslager des Zweiten Weltkriegs errichten. Ungefähr 1,1 Mio. Menschen, in der Mehrzahl Juden, wurden hier erschossen oder mit ZyklonB vergast, verscharrt oder in einem der fünf Krematorien verbrannt. Sowohl das Stammlager Auschwitz I wie die später errichtete Außenstelle Birkenau sind heute Mahnmal und Gedenkstätte des Grauens. Museum Auschwitz-Birkenau Dez.-Feb. tgl. 8-15, März-Mai u. Sept.-Nov. 8-17, Juni-Aug. 8-19 Uhr, Info-Tel. 033/844 81 00, www.auschwitz-museum.oswiecim.pl

Pieniny

In den Kalksteinfelsen des kleinen Pieniny-Gebirges (gut 130 km südöstlich von Krakau) zieht sich mit vielen Windungen entlang der Grenze zur Slowakei durch bis zu 300 m hohe Felswände der Fluss Dunajec. Einst wurden hier Güter auf Flößen transportiert, jetzt steuern Flößer Touristen durch die malerische Landschaft und machen die Tour nach Szczawnica oder nach Krościenko (18 km in 2,5-3 Stunden) zu einem einmaligen Erlebnis. Abfahrt bei Sromowce Wyżne, April-Okt. tgl. 9-15 Uhr, Tel. 018/262 97 21, www.flisacy.com.pl

Pszczyna (Pless)

Das Museum des eindrucksvollen Schlosses Pless, 100 km westlich von Krakau, an dem Georg Philipp Telemann 1704-07 Hofkapellmeister war, zeigt authentische Möbel in prachtvollen Räumen. Pszczyna, ul. Brama Wybrańców 1, www.zamek-pszczyna.pl

Wieliczka
Wieliczka
Ein Spaziergang durch die Unterwelt eines ehemaligen Salzbergwerks

Nur 13 km südöstlich von Krakau liegt eine der ältesten Salzgruben Europas, die heute Teil des Unesco-Welterbes ist. In 200 m Tiefe befindet sich ein Sanatorium, darüber ziehen sich Gänge und Kammern mit unheimlichen Kristallformen und die 50 m lange Kapelle der seligen Kinga, in der vom Kerzenhalter bis zum Altar alles aus Salz geformt ist. ul. Daniłowicza 10, April-Okt. tgl. 7.30-19.30, Nov. bis März 8-17 Uhr, www.kopalnia.pl

Zakopane

Zakopane (30 000 Ew.), 100 km südlich von Krakau gelegen, ist Polens Metropole in der Hohen Tatra, dem höchsten Gebirgsstock der Karpaten. Die Villa zu den Tannen (Pod Jedlami) ist ein repräsentatives Beispiel für die filigrane Holzbauweise des vom Maler und Schriftsteller Stanisław Witkiewicz propagierten »Zakopane-Stils«. Kultur und Folklore der Bergbewohner, der Goralen, sind im Tatra-Museum zu besichtigen (ul. Krupówki 10, Di bis So 9-16 Uhr); die Hasior-Galerie zeigt Arbeiten des exzentrischen Bildhauers Władysław Hasior (ul. Jagiellońska 18d, Mi-Sa 11-17.30, So 9-15 Uhr). Das Hotel Nosalowy Dwór ist modern und gemütlich (30 Zi., ul. Balzera 21d, Tel. 018/ 201 14 00, www.nosalowydwor.zakopane.pl, €€), im Traditionslokal Bąkowo Zohylina spielt zu gutem Essen Livemusik (tgl., ul. Piłsudskiego 6, Tel. 018/206 62 16, €€).In südöstlicher Richtung führt von Zakopane eine sehr malerische Straße in den Tatra-Nationalpark mit dem 2499 m hohen Rysy, dem höchsten Berg Polens. Vom Parkplatz in Dolina Kocielska bringen Sie Pferdefuhrwerke regelmäßig zum Bergsee Morskie Oko auf knapp 1400 m Höhe, dem schönsten der mehr als 100 »Meeresaugen« der Tatra. Touristeninfo: Zakopane, ul. Ks. J. Stolarczyka 12/20, Tel. 018/201 61 61

Zalipie
Zalipie
Bunte Häuser: Das Dorf Zalipie wird seit hundert Jahren von seinen Frauen mit Blumenmotiven bemalt

Viel zu wenig Beachtung findet die Volkskunst dieses »bemalten Dorfs«, 115 km nordöstlich von Krakau. Einer Sitte aus dem 19. Jh. folgend bemalen Frauen die Häuser während eines Wettbewerbs jedes Jahr im Juni mit bunten Blumenmotiven. Das Haus der 1974 verstorbenen Malerin Felicja Curyłowej wurde zum Museum.

Südostpolen

Bieszczady
Bieszczady

Die Bieszczady, der südöstlichste Zipfel Polens zwischen der Ukraine und der Slowakei, waren nach dem Krieg ein seltsam unberührtes, fast menschenleeres Gebiet. Die Einheimischen sprachen vom »Sibirien Polens«. Das Land ist sanft und wild zugleich. Die Berge, die hauptsächlich mit Buchen bewachsen sind, verfärben sich im Herbst flammend rot.Nach der Umsiedlung der Ukrainer (1947) kehrte das Leben erst langsam in die Bieszczady zurück. Die Ersten, die kamen, waren Forstarbeiter und Strafgefangene. Sie bauten Straßen, Sägemühlen, Brücken und Geschäfte. Für die Zukunft setzen die lokalen Behörden bereits mit Erfolg auf den Tourismus. Große Teile des Gebiets sind zum Nationalpark erklärt worden, sodass dessen ursprüngliche Schönheit hoffentlich erhalten bleibt.Sie können das Gebirge mit dem Auto fast kreisförmig durchfahren (120 km): von Lesko im Norden nach Cisna im Süden, weiter nach Südosten bis Ustrzyki Górne und zurück nach Norden über Ustrzyki Dolne. Sehr schöne Ausblicke haben Sie dabei nur wenige Kilometer hinter Cisna auf den Smerek (1222 m), kurz hinter Wetlina auf die Połonina Caryńska und das entfernte Massiv der Tarnica, ferner vom Durchbruch Wyóżnianska (nach der Ortschaft Brzegi Górne) auf die höchsten Bieszczady-Gipfel Tarnica und Krzemień.Die Tour lässt sich an fast jedem Ort unterbrechen, um interessante Sehenswürdigkeiten zu besichtigen (etwa die Synagoge und den jüdischen Friedhof in Lesko oder die griechisch-orthodoxen Kirchen in Baligród, Smolnik und Czarna Rzepedź, Bystre und Moczary). Von Ustrzyki Górne führen Touren zur Połonina Caryńska (1297 m, 2,5 Stunden) und auf die Tarnica (1346 m) sowie den Krzemień (1335 m, 3 Stunden). Eine der schönsten Wanderungen führt von Komańczy im Norden nach Wołosate im Süden, ist rot ausgeschildert und 85 km lang.In Ustrzyki Dolne befindet sich am Marktplatz das Naturkundemuseum des Bieszczady-Naturparks (ul. Bełska 7, Di-Sa 9-17 Uhr). Information: Ustrzyki Górne, ul. Rynek 16, Tel. 013/471 11 30.Übernachten können Sie im sehr schönen Erholungszentrum von Czarna im Hotel Czarna mit Pool, Sauna, Tennis (41 Zi., Tel. 013/ 461 61 61, Fax 461 61 63, www.ckrczarna.pl, €-€€) oder im renovierten Herrenhaus Dwór Wola Sękowa mit sehr gutem Essen (13 Zi., Nowotaniec 106, Tel. 013/ 466 42 53, Fax 466 44 21, www.dworwolasekowa.com.pl, €).

Jarosław

Jarosław (41700 Ew.) hatte Pech: Vom 15. bis 17. Jh. fanden hier berühmte Jahrmärkte statt, die zu den größten in Europa gehörten. Doch dann (1625) brach ein Feuer aus, zerstörte die Stadt und bewirkte den Niedergang des Handelszentrums. Aber auch was danach wieder entstand, ist wunderschön: das prächtige Patrizierhaus der Bankiersfamilie Orsetti an der Südseite des Marktplatzes (Nr. 4, heute Regionalmuseum); das Rathaus in der Mitte des Rings mit den Spuren verschiedener Stile; Kirche und Kloster der Dominikaner und nicht zuletzt die Benediktinerabtei, die unter Hitler'scher Besatzung als Gefängnis diente. Wer Interesse hat, kann Jarosław auch unterirdisch erkunden: 150 m der einsturzgefährdeten Gänge unter der Altstadt sind begehbar (Eingang vom Markt Nr. 16).

Komańcza

Im Dorf Komańcza steht eine von drei noch erhaltenen unierten (griechisch-katholischen) Holzkirchen, wie sie die Lemken, die westukrainische Volksgruppe in den Beskiden, kannten: die Kapelle der Schützenden Mutter Gottes, erbaut 1802, mit einer Ikonostase (einer dreitürigen Bilderwand) von 1832. Dieses Gotteshaus beherbergt auch ein kleines Lemken-Museum (Öffnung bei Bedarf).

Krasiczyn

10 km westlich von Przemyśl liegt die manieristische Magnatenresidenz des Wojewoden Marcin Krasicki: eine große, fast quadratische Anlage (70 m Seitenlänge) mit vier zylindrischen Basteien an den Ecken inmitten eines herrlichen Parks. Übernachtung direkt in dieser Anlage im Hotel Zamkowy, 13 Zi., Tel. 016/671 83 21, www.krasiczyn.com.pl, €-€€.

Krosno

Krosno (47000 Ew.) ist eine Stadt der Glasindustrie und des Erdöls: Der Erfinder der Petroleumlampe, Ignacy Łukasiewicz, setzte in Bóbrka (13 km südlich) 1854 die erste Förderanlage in Betrieb. Heute dient sie als Ausstellungsstück, denn auf dem Gelände wurde ein Freilichtmuseum eingerichtet.In Krosno ist die Altstadt besichtigenswert: die Häuser am Markt (16.-18. Jh.) mit ihren Bogengängen, die Pfarrkirche mit der gotischen Innenmalerei und die Franziskanerkirche mit der Grabkapelle der Familie Oświęcim, von der die Geschichte über die unglückliche Liebe zwischen den Geschwistern Stanisław und Anna zu berichten weiß. Übernachten könen Sie im Hotel Krosno, 42 Zi., ul. Lwowska 21, Tel. 013/436 62 12, Fax 436 87 31, www.hotel.nafta.pl, €€€. Touristeninformation: ul. Staszica 20, Tel. 013/432 77 07

Łańcut
Łańcut
In einem herrlichen Landschaftspark steht die klassizistische Magnatenresidenz des Grafen Potocki

Łańcuts (17 000 Ew.) Attraktion ist eine in einem großen englischen Park gelegene Magnatenresidenz aus dem 17. Jh. Ursprünglich gehörte sie der Familie Lubomirski, später ging sie in den Besitz der Grafen Potocki über, und heute ist sie ein Museum: Hier kann man bestaunen, wie der polnische Adel lebte. Besonders schön: das Spiegelkabinett und der Säulensaal im 1. Stock, die Skulpturengalerie und der große, über zwei Geschosse reichende Ballsaal. Zur Schlossanlage gehört ebenfalls eine Synagoge aus dem Jahre 1761. Dank der erhalten gebliebenen Polichromie gilt sie als eine der schönsten in Polen (Öffnung erfolgt durch das Museumspersonal). Feb.-Nov. tgl. 9-15 Uhr, www.zamek-lancut.plÜber das berühmte, alljährlich im Mai stattfindende Musikfestival erteilt das Konzertbüro Auskunft, Tel. 017/862 85 07.

Leżajsk
Leżajsk
Am Grab des Rabbiners: Zum Todestag des Wunderrabbiners Elimelech pilgern orthodoxe Juden aus aller Welt an sein Grab in Leżajsk

Der Komplex der Kirche Mariä Verkündung und des Bernhardinerklosters im Städtchen Leżajsk (13 000 Ew.) wäre nur halb so interessant, wenn die Orgel nicht wäre - mit die schönste in Polen (17. Jh.). Neben der dreiteiligen Hauptorgel finden Sie noch zusätzliche Pfeifen an den Schiffspfeilern.Einzigartig nicht nur in Polen ist die Pilgerfahrt von Tausenden orthodoxer Juden aus aller Welt zum Grab des Wunderrabbiners Elimelech am 21. Adar (Mitte März). Schlüssel zur Grabstätte auf dem jüdischen Friedhof bei Krystyna Kiersnowska, ul. Górna 12, Tel. 017/ 242 12 65. Seltenheitswert hat ebenfalls die alte Mykwa, das Badehaus der Juden, in der ul. Studzienna 2, tgl. 8-15 Uhr, das 1990 wieder eröffnet wurde.

Lublin
Lublin
Verborgene Kunst: Phantastisch restaurierte byzantinische Fresken in der Schlosskapelle von Lublin

Die größte polnische Stadt östlich der Weichsel hat 310 000 Ew. Hinter dem Krakauer Tor führt die Bramowa-Straße zum Marktplatz der Altstadt. Beherrscht vom klassizistisch umgebauten Rathaus, bietet der Platz auch prächtige Bürgerhäuser und das Dominikanerkloster im Renaissancestil. Südlich vom Markt steht die Kathedrale mit ihren spätbarocken Fresken und der »Flüstersakristei«, in der sich sogar der kleinste Laut überträgt.Das Schloss von Kazimierz Jagiełło wurde nach der Zerstörung um die Wende vom 18. zum 19. Jh. im neogotischen Stil wieder aufgebaut und dient seitdem als Gefängnis. Den zweifellos wertvollsten Teil bildet die Schlosskapelle, dokumentiert sie doch wie kein anderes Gotteshaus in Polen die (kurze) Symbiose von gotischer Architektur und russisch-byzantinischer Malerei vom Anfang des 15. Jhs. Nach den 1997 beendeten Restaurationsarbeiten erstrahlen die alten farbenprächtigen Fresken in neuem Glanz.In Lublin residiert die katholische Universität KUL, die einzige kirchliche Hochschule in Osteuropa, die der Kommunismus nicht auflösen konnte. Außerhalb der Altstadt befindet sich die Krakowskie Przedmieście, die Hauptstraße des modernen Lublin, mit prunkvollen alten Adelspalästen, die nun der Universität gehören oder als Luxushotels umgebaut sind wie das Grand Hotel Lublinianka, 70 Zi., ul. Krakowskie Przedmiescie 56, Tel. 081/446 61 00, Fax 446 62 00, grandhotel@lublinianka.com, €€-€€€. Unter den vielen Restaurants und Cafés ist besonders zu nennen: Złoty Osioł, tgl., ul. Grodzka 5a, Tel. 081/532 90 42, mit schönem Innenhof und gutem Essen, €€.Touristeninformation: Krakowskie Przedmieście 78, Tel. 081/ 532 44 12, Mo-Fr 9-17, Sa 10-14 Uhr

Przemyśl

Manchem polnischen Katholiken fällt es offensichtlich schwer, ein wenig jener Vielfalt wieder zuzulassen, wie sie vor dem Krieg existierte: Dreieinhalb Monate hielten Gläubige 1991 die Karmeliterkirche in Przemyśl besetzt, um ihre Rückgabe an die griechisch-katholische Glaubensgemeinde zu verhindern - dabei hatte sie den Ukrainern 150 Jahre lang bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gehört. Sogar Papst Johannes Paul II. kapitulierte vor der Unnachgiebigkeit seiner Gläubigen und wies den ungeliebten Glaubensbrüdern ersatzweise die Garnisonskirche zu. Einen Eindruck vom früheren Völker- und Religionsgemisch vermitteln noch die Grabsteine römisch-katholischer und griechisch-katholischer Verstorbener auf dem kommunalen Friedhof an der Ausfallstraße Juliusz Słowacki sowie der nebenan liegende jüdische Friedhof.Die Altstadt von Przemyśl (67 000 Ew.) liegt malerisch am Ufer der San. Es lohnt ein Besuch des Marktplatzes, der Kathedrale, der Franziskanerkirche, des Schlosses mit dem angrenzendem Stadtpark und des Diözesanmuseums, das viele sakrale Schätze enthält.Przemyśl hat aber auch noch etwas vom Flair der jüngeren Geschichte bewahrt: Festungsbauten, Zins- und Amtshäuser und auch der neubarocke Hauptbahnhof stammen aus der galizischen Zeit, als die Grenzstadt zur Habsburger Monarchie gehörte (1772-1918). Bestes Hotel in der Stadt: Marko, 15 Zi., ul. Lwowska 36a, Tel./Fax 016/ 678 92 72, www.markoexim.com.pl, €.Informationen im Touristenzentrum, Rynek 26, Tel./Fax 016/ 675 16 64, www.przemysl.pl

Sandomierz
Sandomierz

Die Altstadt von Sandomierz (22 000 Ew.) ist in sich geschlossen, in wenigen malerischen Gassen drängen sich die unterschiedlichen Architekturdenkmäler: das Renaissancerathaus auf dem leicht nach Osten abfallenden Marktplatz, der Palast des Rittergeschlechts Oleśniki, in dem heute das Regionalmuseum untergebracht ist, die gotische Kathedrale in der Mariacka-Straße, die spätromanische Dominikanerkirche St. Jakobus auf einem Hügel westlich der Kathedrale und nördlich vom Markt das ehemalige Benediktinerkloster und die St.-Michael-Kirche mit ihrer barocken Innenausstattung.Eine Touristenattraktion ist die »Unterirdische Tour«, die auf über 470 m Länge verschiedene Kemenaten, Korridore und Lagerräume in einer Tiefe von bis zu 12 m miteinander verbindet (Rynek 12, tgl. 10-16 Uhr). Ein weiter Ausblick eröffnet sich vom Opatowska-Stadttor aus dem 16. Jh. Unterkunft finden Sie im modernen, ruhigen Hotel Basztowy, 31 Zi., pl. Ks. J. Poniatowskiego 2, Tel. 015/ 833 34 50, www.opiwpr.org.pl, €€.Jeder, der Sandomierz einmal gesehen hat, sehnt sich angeblich hierher zurück. Als Beweis dient der sowjetische Oberst Skopenko, der die Stadt 1945 von den Nationalsozialisten befreite. Er wünschte sich, auf dem Friedhof von Sandomierz beigesetzt zu werden.

Sanok
Sanok

2 km nördlich vom Zentrum dieser Stadt können Sie regionale Holzarchitektur in einem Freilichtmuseum bewundern: Bauernkaten aus dem 17.-19. Jh., eine Schmiede, eine Schänke, Wassermühlen und zwei Kirchen aus dem 18. Jh. (insgesamt etwa hundert Objekte). Obwohl Sanok 37 500 Ew. zählt, macht das Zentrum einen eher ländlichen Eindruck. Südlich vom Marktplatz mit seinen niedrigen Häusern befinden sich Kirche und Kloster der Franziskaner, nördlich das Schloss vom Anfang des 16. Jhs.: Es beherbergt neben archäologischen und historischen Exponaten die größte Ikonensammlung in Polen (ul. Zamkowa 2). Im Freilichtmuseum (ul. Rybicki 3) befindet sich die Dorfarchitektur der ukrainisch sprechenden Lemken und Bojken. Im orthodoxen Dom der Dreifaltigkeit ist die vollständige Ikonostase aus dem 19. Jh. erhalten. Von der Parkhöhe haben Sie einen schönen Ausblick auf Stadt und Umgebung.In Sanok startet auch die »Ikonenroute«, auf der man - zu Fuß, mit Pferd, Fahrrad oder Boot - noch erhalten gebliebene Holzkirchen am Verlauf des San besichtigen kann.Übernachten können Sie im Hotel Jagielloński, ul. Jagiellońska 49, Tel./Fax 013/463 12 08, €. Touristeninformation: ul. 3. maja 2, Tel. 013/463 25 12, www.sanok.pl

Zamość
ZamośćZamość
Eine nahezu vollständig erhaltene Renaissancestadt, erbaut nach den Plänen eines Italieners

Zamość, wirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt der Region, liegt 50 km westlich der Grenze zur Ukraine. Das Zentrum der Stadt (58 400 Ew.) hin zu den Befestigungsanlagen ist ein Kleinod der Spätrenaissance: Sie finden fast alles so vor, wie es der Großkronkanzler Jan Zamoyski (nach dem die Stadt ihren Namen erhielt) zwischen 1580 und 1640 nach Entwürfen des Italieners Bernardo Morando anlegen ließ. Die Stadt ist in die Liste des Unesco-Welterbes aufgenommen worden.Da ist zunächst der quadratische Marktplatz (Rynek Wielki), auf dem das Rathaus mit der schwungvollen Freitreppe ganz gegen die Tradition an die nördliche Häuserreihe gerückt wurde, damit es nicht mit dem Palast konkurriert. Rundherum stehen die Laubenhäuser, an einer Seite die dreischiffige Kollegiatskirche mit der Zamoyski-Kapelle, in deren Fußboden sich die bescheidene Grabplatte von Jan Zamoyski befindet (etwa von 1618). Die schönsten Dekorationen blieben gleich neben dem Rathaus an der Nordseite des Platzes erhalten, wo Kaufleute und Handwerker aus Armenien wohnten, die seit 1585 in Zamość angesiedelt wurden. Im »Haus zum Engel« (Nr. 26) ist das Regionalmuseum untergebracht (ul. Ormiańska 30, Di-So 9-16 Uhr). An der Südfront schuf sich Architekt Bernardo Morando selbst ein Domizil (Nr. 25), unweit davon (ul. Staszica 37) wurde am 5. März 1870 Rosa Luxemburg geboren.Zeugen der multikulturellen Geschichte sind die Kathedrale (ul. Kolegiacka), die Synagoge (ul. Pereca) und die ehemalige griechisch-orthodoxe Kirche im südöstlichen Winkel der Altstadt.Übernachten können Sie im schönen Hotel Zamojski, 53 Zi., ul. Kołłątaja 2-6, Tel. 084/639 25 16, Fax 639 25 01, zamosc@orbis.pl, €-€€; oder im gemütlichen Senator, 26 Zi., Rynek Solny 4, Tel. 084/ 638 76 10, www.senatorhotel.pl, €. Zum Essen empfehlen sich neben den Hotels das Restaurant Renesans, tgl., ul. Grecka 6, €-€€, oder die Pizzeria Verona, tgl., Rynek Wielki 5, €. Im Klub Kosz, ul. Zamenhofa 3 (Eingang über den Hinterhof), treffen sich die Jazzfreunde. Touristeninformation: Rynek Wielki 13, Tel. 084/639 22 92, zoit@zamosc.um.gov.pl

Gdańsk (Danzig)

Frische Nehrung

Der schmale Landstreifen, auf Polnisch Mierzeja Wiślana genannt, trennt das Frische Haff von der Ostsee. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg waren die langen Sandstrände ein beliebtes Ausflugsziel von Danzigern und Elbingern - das Ostseebad Kahlberg beherbergte sogar Kaiser Wilhelm II. Von Krynica Morska aus setzt die »Weiße Flotte« regelmäßig nach Frombork über. Am Eingang der Nehrung liegt Stutthof, das ehemalige Konzentrationslager, in dem einst insgesamt 110 000 Häftlinge aus 23 Ländern interniert waren. ul. Muzealna 6, Mai-Sept. tgl. 8-18 UhrZum Übernachten eignet sich das Hotel Kahlberg in Krynica Morska, 16 Zi., ul. Bosmańska 1, Tel. 055/247 60 17, www.kahlberg.mierzeja.pl, €

Halbinsel Hel
Halbinsel Hel

Vom Leuchtturm am nahe gelegenen Rozewie-Kap hat man einen wunderschönen Rundblick über das Meer und die mit Mischwäldern bewachsene Steilküste. Zum Städtchen Hel an der Südspitze gelangen Sie mit der Fähre (von Władysławo, Gdingen, Zoppot oder Danzig), mit der Bahn und mit dem Auto über Jurata. Der alte Hafen mit seinen Häusern aus dem 18. Jh. zeugt von der Vergangenheit Hels als kaschubischer Fischerstadt.Ein empfehlenswerter Ort zum Essen und Schlafen (6 Zi.) ist das urige Lokal Captain Morgan, Hel, ul. Wiejska 21, Tel. 058/675 00 91, www.captainmorgan.cypel.pl, €.

Kaliningrad (Königsberg)

Verschiedene Unternehmen bieten Tagestouren in die russische Exklave nach Königsberg an. Wer im Besitz eines in Deutschland ausgestellten Visums ist, kann in der Saison von Elbląg, Krynica Morska oder Frombork per Boot nach Russland fahren. Żegluga Gdańska, ul. Pończosników 2, Tel. 058/301 74 26, www.zegluga.pl

Kaschubische Schweiz

Im südwestlichen Hinterland von Danzig leben heute noch etwa 200 000 Kaschuben, Angehörige eines slawischen Stamms, der der Germanisierung und Polonisierung trotzte und bis heute eigene Traditionen und eine eigene Sprache bewahrte. Im Skansen, dem Freilichtmuseum von Wdzydze Kiszewskie (Sanddorf), 15 km südlich von Kościerzyna, sind die typischen kaschubischen Hausformen zu besichtigen. Nur wenige Kilometer südlich befindet sich das kleine Dorf Wiele mit seinem Stickereizentrum.Der berühmteste Kaschube der Gegenwart, der, wie er selbst sagt, leider seine Sprache »vergessen« hat, ist der Literaturnobelpreisträger Günter Grass.Entspannen, speisen und schlafen im einsamen, luxuriösen Kozi Gród, 23 km von Danzig, 26 Zi., Tel. 058/692 07 80, Fax 692 07 82, www.kozigrod.pl, €-€€.

Słowiński-Nationalpark
Słowiński-NationalparkSłowiński-Nationalpark
Wandernde Sanddünen: seit 1977 Biosphärenreservat der Unesco

Der Nationalpark, ca. 115 km nordwestlich von Danzig, umfasst mehr als 180 km². Seine Attraktion sind weiße, bis zu 42 m hohe Wanderdünen, die sich im Jahr um etwa 10 m verlagern - eine Wüste am Ostseestrand! Fahrräder (zu leihen) oder Elektroautos bringen Sie von Łeba oder Rąbka zur größten Düne Łącka Góra. Zwischen Anfang Mai und Ende September kann man vom Aussichtsturm in Smołdzino den ganzen Park überblicken und in Kluki das Freilichtmuseum besuchen (tgl. 9-18 Uhr).Für die Übernachtung empfiehlt sich das exklusive Hotel Neptun in einer Ritterburg in Łeba am Strand (30 Zi., ul. Sosnowa 1, Tel. 059/ 866 14 32, Fax 866 23 57, www.neptunhotel.pl, €€€).

Sopot (Zoppot)

Voller Leben ist die ul. Bohaterów Monte Cassino, die einst so mondäne Promenade des traditionsreichen Kurorts, viel stiller die Mole, die 516 m weit ins Meer reicht und tgl. 8-22 Uhr geöffnet ist. Im Süden liegt ein breiter Sandstrand, im Norden mit Kasino und Nachtbar das Grand-Hotel. Noch exklusiver ist das in einem bewaldeten Tal gelegene Hotel Opera (23 Zi., ul. Moninszki 10, Tel. 058/ 555 56 00, Fax 555 56 01, www.hotelopera.pl, €€-€€€). Hervorragenden Fisch bietet die Bar Przystań (al. Wojska Polskiego 11), gehobene internationale Gerichte die Villa Sedan (ul. K. Puławskiego 18) und einzigartigen Charme das Café Art Deco (ul. B. Monte Cassino 92).

Olsztyn (Allenstein)

Frombork (Frauenburg)
Frombork (Frauenburg)Frombork (Frauenburg)
Wunderschöner Blick vom Kopernikus-Turm über die Moränenlandschaft und das Frische Haff

In Frombork, am Frischen Haff, gut 100 km von Olsztyn entfernt, hatte der Astronom Nikolaus Kopernikus sein längstes Domizil (1512-43). Die Kathedrale zählt zu den bedeutendsten Bauten der Backsteingotik. In der Anlage steht der Turm, in dem Kopernikus angeblich sein Hauptwerk verfasste, wonach die Gestirne sich nicht um die Erde, sondern um die Sonne drehen. Von der Aussichtsplattform herrlicher Blick auf die Moränenlandschaft, das Frische Haff und die Frische Nehrung. Interessante Exponate im Kopernikus-Museum, ul. Katedralna 8, tgl. 9-16 Uhr. Übernachtung im Hotel Kopernik, 32 Zi., ul. Kościelna 2, Tel. 055/243 72 85, €

Malbork (Marienburg)
Malbork (Marienburg)
Backsteingotik in Vollendung: der einstige Sitz des Deutschen Ordens

Die Marienburg im gleichnamigen Ort, 140 km westlich von Olsztyn, zählt zu den gewaltigsten und schönsten Profanbauten des Mittelalters. Seit 1309 war sie die Residenz der Hochmeister des Deutschen Ordens. Diese Burg strahlte eine solche Macht aus, dass ein Sieg über die Kreuzritter unvorstellbar schien. Und doch musste der Hochmeister die Burg nach der Niederlage in der Schlacht von Tannenberg an seine unbezahlten Söldner verpfänden, die sie 1457 den Polen übergaben. Mitte Sept.-Mitte Mai tgl. 9-15 Uhr, Mitte Mai-Mitte Sept. tgl. 9-19 Uhr. Übernachten können Sie in dem netten, kleinen Hotel Zamek, 41 Zi., ul. Starościńska 14, Tel. 055/272 33 67, €€.

Morąg (Mohrungen)

Im Geburtsort des Dichters Johann Gottfried Herder wurde das Renaissanceschloss der ostpreußischen Adelsfamilie von Dohna restauriert. Nun beherbergt es eine zweisprachige Herder-Ausstellung und eine Gemäldesammlung aus ostpreußischem Adelsbesitz. Di-So 9-17 Uhr

Święta Lipka (Heilige Linde)
Święta Lipka (Heilige Linde)
Beweglicher Barock: Ein Sommerkonzert auf der Barockorgel mit beweglichen Figuren in der Kirche von Heilige Linde (Święta Lipka) ist ein Genuss

Die barocke Wallfahrtskirche mit Jesuitenkloster aus dem 17. Jh., ein berühmter Wallfahrtsort 74 km nordöstlich von Olsztyn, wirkt inmitten der Landschaft ungewohnt heiter und leicht. Im Innern zeigt die »Perle des Barock« Fresken, Altäre von Königsberger Künstlern und eine Orgel mit beweglichen Figuren. In der Saison können Sie von 9.30 bis 17.30 Uhr jede Stunde kostenlos ein kleines Orgelkonzert hören. Übernachtung im Święta Lipka, 30 Zi., Tel. 089/755 37 37, €

Wolfsschanze (Wilczy Szaniec)
Wolfsschanze (Wilczy Szaniec)
Die gesprengten Betonmauern von Hitlers Hauptquartier formen eine grausig-groteske Landschaft

8 km entfernt von Kętrzyn (Rastenburg) liegt das kleine Dorf Gierłoz (Görlitz): Hier hatte sich Adolf Hitler schon 1940 sein Hauptquartier bauen lassen. Zu dem Komplex gehören insgesamt 80 Bunker, Kasinos, Hotels und auch die so genannte Lagerbaracke, in der Graf Stauffenberg am 20. Juli 1944 das missglückte Attentat auf den Führer unternahm. Heute bilden die Trümmer der gesprengten, bis zu 6 m dicken Bunkerwände eine grausig-groteske Felslandschaft. Tgl. von morgens bis zur Dunkelheit

Szczecin (Stettin)

Kołobrzeg (Kolberg)

Kołobrzeg (45 000 Ew.) mit seinem langen, breiten Sandstrand, den vielen Sanatorien und 1,5 Mio. Besuchern jährlich ist einer der bedeutendsten Kur- und Badeorte an der pommerschen Küste. Bei Kriegsende wurde die Stadt zu 90 Prozent zerstört. Sehenswert ist heute noch der fünfschiffige Mariendom aus dem 13. bis 15. Jh. mit der »Schlieffenkrone«, einem nach dem Stifter benannten holzgeschnitzten Kronleuchter mit der Madonna im Strahlenkreuz. Der Entwurf für das neugotische Rathaus der Stadt stammt von Karl Friedrich Schinkel.Am Hafen der ca. 140 km nordwestlich von Stettin gelegenen Stadt starten 30-minütige Rundfahrten auf die Ostsee, und das Erlebnisbad Morska Odyseja (ul. Radziewiczówny 1, Mo-Sa 8-20, So 10 bis 16 Uhr) besitzt neben einem Schwimmbecken auch Whirlpool und Sauna. Übernachten können Sie im Hotel Solny (160 Zi., ul. Fredry, Tel. 094/354 57 00, €€) oder im Vorort Budzistowo im alten Herrenhaus Pałac Budzistowo (11 Apt., ul. Pałacowa 19, Tel. 094/ 354 72 12, Fax 354 66 45, www.maxmedia.pl/palacbudzistowo, €€). Touristeninformation: ul. Dworcowa 1, Tel. 094/352 79 39, www.kolobrzeg.pl

Świnoujście (Swinemünde)

Świnoujście, 96 km nördlich von Stettin, ist zweigeteilt: Das Kur- und Badeleben spielt sich auf der Insel Usedom ab, auf der gegenüberliegenden Insel Wollin hingegen ist der Industrieteil entstanden. Der Ort ist beliebt wegen seines milden Reizklimas, seiner Solquellen und Moorvorkommen. Auskunft erteilt die Touristeninformation, pl. Słowiański 15, Tel. 091/322 49 99. In der Saison gibt es regelmäßige Fährfahrten von Unity-Line (www.unity-line.pl) und Polferries (www.polferries.pl) nach Skandinavien (Ystad, Kopenhagen, Rönne).

Wolliner Nationalpark
Wolliner Nationalpark

Hier kann man seltene Tiere, sogar Wisents, beobachten und hat vom 95 m hohen Steilufer einen traumhaften Blick auf die Ostsee. Übernachten können Sie in einem der vielen Hotels, wie zum Beispiel im Amber Baltic Hotel in Międzyzdroje direkt am Meer, mit einem großen Golfplatz (160 Zi., Tel. 091/ 322 85 00, Fax 328 10 22, www.hotel-amber-baltic.pl, €€€).

Poznań (Posen)

Biskupin

80 km nordöstlich von Posen liegt das Dorf Biskupin, eine der bedeutendsten archäologischen Stätten Europas - eine wieder errichtete altslawische Wehrsiedlung aus der Lausitzer Kultur, die zwischen 700 und 400 v. Chr. gegründet und bei Stammesfehden zerstört worden sein muss. Im Museum sind die ausgegrabenen Gegenstände von Waffen über Haushaltsutensilien bis zu Schmuck gesammelt. Eine Besichtigung dauert zwei Stunden (Mai-Nov. tgl. 8-18 Uhr). Die Anlage ist auch gut vom Schiff auf dem Biskupin-See aus zu sehen, Rundfahrt etwa 30 Minuten (9-17 Uhr). www.biskupin.pl

Gniezno (Gnesen)

Gnesen (70 000 Ew.), 50 km nordöstlich von Posen, lohnt einen Ausflug, vor allem wegen der gotischen Kathedrale aus dem 14./15. Jh. Einst stand hier die Kirche, die MieszkoI. nach 966, als er die Taufe empfangen hatte, errichten ließ. Von ihr blieb nur noch das Gnesener Tor erhalten, das größte Kunstwerk der Kathedrale: ein romanischer Flügel aus Bronze (1179), der in 18 Szenen das Leben und Sterben des hl. Adalbert zeigt: Adalbert (Wojciech), Tscheche und seit 983 Bischof von Prag, hatte sich 997 der Missionsarbeit zugewandt und war von Gnesen aufgebrochen, um die Pruzzen zu bekehren. Doch die Heiden erschlugen ihn, und Bolesław der Tapfere musste Adalberts Gewicht in Gold aufwiegen, um den Leichnam zurückzuerhalten.Unübersehbar ist auch ein Denkmal für Primas Kardinal Wyszynski, der - 1953-55 interniert - die Präsenz der katholischen Kirche auch im Kommunismus verteidigte.

Łagów (Lagow)
Łagów (Lagow)

150 km westlich von Posen liegt der Ort Łagow romantisch an zwei Seen. Einst nur ein Erholungsgebiet der Berliner, wurde er nach dem Krieg auch eine Attraktion für Polen. Im Zentrum befindet sich ein ehemaliges Johanniterkloster aus dem 14. Jh. mit einem 35 m hohen Turm (jetzt Restaurant). Im Sommer ein reichhaltiges Kulturprogramm, u. a. das traditionelle Filmfestival, Flamenco- und Tangotanz sowie Kammermusik: www.zamek-lagow.pl. Geeignet ist Łagow als Ausgangspunkt für Bootstouren und Wanderungen um die Seen und durch die Buchenwälder.

Magnatenschlösser im Süden
Magnatenschlösser im Süden
So lebte der Adel: In Kórnik, Rogalin und Rydzyna stehen inmitten eines ländlichen Idylls die schönsten Residenzen

In Kórnik, 20 km südlich von Posen, finden Sie das einzige vollständig erhaltene Magnaten-, also Adelsschloss von Großpolen. Mit den Besitzern wechselte es mehrfach seine Fassade. Den bis heute erhaltenen Stil der englischen Gotik erhielt es 1830 nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel. In den Räumen gibt es eine Sammlung von Möbeln, Waffen, Gemälden und eine Bibliothek mit 200 000 Bänden. Der Schlosspark umfasst 49 ha mit 2500 verschiedenen Baumarten aus Europa, Asien und Amerika (Di-Fr 9-15, Sa 9-14 Uhr).Nur wenige Kilometer westlich in Rogalin steht der schöne rokoko-klassizistische Palast der Familie Raczyński. Am Vorhof befindet sich ein Kutschenhaus voll alter Kutschen. Der wild wuchernde englische Garten (Mi-So 10-16 Uhr) hinter dem Hauptpalais birgt drei Eichen, die mindestens 1000 Jahre alt sind, einen Umfang von 9,30 m haben und die Namen der drei sagenumwobenen Brüder Lech, Czech und Rus tragen. Empfehlenswert ist das Restaurant Pod Dębami, tgl., ul. Poznańska 1, Tel. 061/813 80 13, €€In Rydzyna, 87 km südlich von Posen, hatte einst die Magnatenfamilie Leszczyński ihren Stammsitz. Ein prachtvolles, sehr schön restauriertes Barockschloss, in dem sich jetzt ein Hotel befindet. 48 Zi., pl. Zamkowy 1, Tel./Fax 065/529 50 26, www.zamek-rydzyna.com.pl, €€

Wielkopolski-Nationalpark

Zum Entspannen empfiehlt sich eine Fahrt in den 52 km² großen Nationalpark, nur wenige Kilometer südwestlich von Posen. Auf ausgeschilderten Wegen können Sie sich eine abwechslungsreiche Landschaft mit Moränen (bis 132 m Höhe), 16 Seen, großen (Kiefern-)Wäldern und seltenen Pflanzen und Tieren erwandern. In der Ortschaft Puszczykowo gibt es ein naturwissenschaftliches Museum.

Warszawa (Warschau)

Kazimierz Dolny

Etwa 140 km südlich von Warschau liegt am rechten Weichselufer das Renaissancestädtchen Kazimierz Dolny (4000 Ew.). Einst machten Brauereien und Getreidehandel die Stadt reich - von den vielen Lagerstätten sind noch die Ulanowski- und die Fajersztajn-Speicher in der Puławska erhalten.Wegen seiner malerischen Lage zieht der Ort bis heute Schriftsteller, Maler, Studenten und die Schickeria an. Im ehemaligen Haus der Schriftstellerin Maria Kuncewiczowa wurde ein kleines Literaturmuseum eingerichtet. Anziehungspunkte auf dem Marktplatz sind die Patrizierhäuser der Brüder Przybył und die auf einer Anhöhe errichtete Pfarrkirche, deren Stuckornamente als typisch gelten für die »Lubliner Renaissance«. Übernachten und speisen können Sie im Hotel Stara Łażnia, 6 Zi., ul. Senatorska 21, Tel. 081/882 13 40, €.

Łódź
Łódź
Viele Völker – in Łódź im Tod friedlich vereint

Machen Sie einen Abstecher nach Łódź (133 km südwestlich von Warschau), weil die Stadt wie sonst kaum noch ein Ort in Europa die Atmosphäre früh- und hochkapitalistischer Arbeitsbedingungen vermittelt. Das »polnische Manchester«, dessen Textilindustrie Lodz (850 000 Ew) zur zweitgrößten Stadt Polens machte, dient oft als Filmkulisse. Wo einst jedoch die Webstühle lärmten, ist nun die Kunst eingezogen - das Art Center in die ehemalige Scheibler-Fabrik (ul. Tymienieckiego 5/7), oder es wurde ein Konsumtempel errichtet - Manufaktura in der ehemaligen Poznański-Fabrik (ul. Ogrodowa 17). Gleich nebenan im ehemaligen Palast des jüdischen Textilfabrikanten Izrael Poznański befindet sich das Łódźer Stadtmuseum (ul. Ogrodowa 5, Di-So 10-16 Uhr) mit Sammlungen berühmter Söhne der Stadt, wie Artur Rubinstein, nach dem auch die neue, gläserne Philharmonie (ul. Narutowicza 20) benannt ist. In der ehemaligen Firma des deutschen Fabrikanten Ludwik Geyer wurde ein Textilmuseum eingerichtet (ul. Piotrkowska 282, Di-So 9-16 Uhr).Vom untergegangenen Vielvölkergemisch der Stadt zeugen die Friedhöfe. Der 1892 errichtete jüdische Friedhof (ul. Bracka 40) ist der größte Europas: Noch 200 000 Grabsteine sind erhalten - u. a. der des Industriellen Poznański, aber auch solche von den ermordeten Juden aus dem Ghetto von Litzmannstadt - wie Łódź ab 1940 genannt wurde -, durch das fast 200 000 Juden geschleust wurden. Auf dem Friedhof der Protestanten, Katholiken und Orthodoxen (ul. Ogrodowa) finden sich viele Familiengrabmäler von außerordentlichem kulturhistorischem Rang.Nach dem Krieg erwarb sich die Stadt einen internationalen Ruf durch ihre Filmhochschule, an der berühmte Regisseure wie Andrzej Wajda, Roman Polanski und Krzysztof Kieślowski studierten.Touristinformation: al. Kościnszki 88, Tel./Fax 042/638 59 55, cit@um.lodz.pl. Unterkunft finden Sie im großen, modernen Hotel Centrum, 188 Zi., ul. Kilińskiego 59/63, Tel. 042/632 86 40, Fax 632 96 50, www.hotelspt.com.pl/centrum, €€-€€€Die ul. Piotrkowska ist mit 4 km nicht nur die längste Einkaufsmeile Polens, sondern auch der beliebteste Treffpunkt vom Morgens bis in die Nacht. Allein unter der Nummer 77 finden sich der Irish Pub, das altpolnische Restaurant Klub Spadkobierców (tgl., Tel. 042/ 633 74 01, €€) und die Disko Pod Siódemkami. Die Nr. 102 beherbergt den berühmten, von der gleichnamigen Künstlergruppe geführten Pub Łódż Kaliska.

Łowicz

Die knapp 90 km südwestlich von Warschau gelegene mittelalterliche Stadt ist ein Anziehungspunkt wegen ihres alten Marktplatzes (rynek) und einer Stiftskirche aus dem 15. Jh. Interessant auch das Museum (Di-So 10-15.30 Uhr) in einer ehemaligen Missionsschule, das eine Sammlung regionaler Volkskunst beherbergt (Trachten, Möbel, Töpferwaren). Darüber hinaus gibt es ein kleines Freilichtmuseum mit einer Sammlung geschnitzter Bienenstöcke.

Nieborów

Das unweit von Łowicz gelegene Barockpalais der Familie Radziwiłł gehört mit den angrenzenden Gartenanlagen zu den schönsten Herrensitzen in ganz Polen. Es wurde nach dem Krieg stilgerecht mit dem ursprünglichen Mobiliar restauriert. In den Innenräumen finden Sie Sammlungen von Bildern, antiken Skulpturen und eine umfangreiche Bibliothek. Di-So 10-15.30 UhrNur 6 km entfernt liegt Arkadia - ein von der Fürstin Helena Radziwiłł konzipierter romantisch-sentimentaler Park aus dem 18. Jh. Zwischen Wiesen und kleinen Seen stoßen Sie unter anderem auf den Diana-Tempel, das Gotische Häuschen, das Haus des Burggrafen und den Tempel des Erzpriesters.

Puszcza Białowieska
Puszcza Białowieska
Im größten Urwaldgebiet Mitteleuropas hat sich eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt erhalten

Die Puszcza Białowieska ist das größte Urwaldgebiet Mitteleuropas (1250 km²). Sie liegt beiderseits der polnisch-weißrussischen Grenze, und von den 530 km² auf polnischer Seite ist immerhin ein Zehntel seit 1921 zum Nationalpark erklärt. Hier gedeihen etwa 150 verschiedene Arten von Bäumen und Sträuchern, fast 1000 Pilzarten kann man finden und 160 Vogelarten beobachten. Neben Bibern, Hirschen, Rehen und Luchsen leben hier die ansonsten in Europa schon ausgestorbenen Wisente: 1929 gab es im Nationalpark nur noch sechs Tiere, heute sind es beinah 600 (im gesamten Urwald). www.bpn.com.plDer Naturpark darf nur mit Führern des Polnischen Touristenverbandes betreten werden (auch deutschsprachig, ca. 200 Zł. für ca. 3 Std., Białowięża, ul. Kolejowa 17, Tel. 085/681 22 95). Ein Museum in Białowięz.a zeigt die Geschichte des Nationalparks, gibt Auskunft über Wanderwege und Informationen über Flora und Fauna des Gebiets (Di-So 9-16 Uhr). Das Gebiet liegt etwa 80 km südlich von Białystok. Von Warschau sind es rund 200 km in nordöstlicher Richtung. Komfortabel wohnen können Sie im Hotel Białowieski, 64 Zi., ul. Waszkiewicza 218 B, Tel. 085/ 681 20 22, Fax 744 45 34, www.hotel.bialowieza.pl, €

Puszcza Kampinoska

Der Kampinos-Nationalpark mit seiner Wald- und Sumpflandschaft liegt ca. 20 km nordwestlich vom Warschauer Zentrum. Im Süden befinden sich die Orte Kampinos mit einer Holzkirche von 1773 und Niepokalanów, wo Pater Maksymilian Kolbe, der später in Auschwitz umkam, ein Franziskanerkloster gegründet hat. Im Norden liegt zudem das Dorf Palmiry. Hier sind etwa 2500 Polen bestattet, die zwischen 1939 und 1941 im Warschauer Pawiak-Gefängnis von Hitlers Schergen ermordet wurden.

Toruń (Thorn)
Toruń (Thorn)

Der Stolz von Thorn ist Nikolaus Kopernikus, der Astronom, Arzt und Humanist, der 1473 hier geboren wurde. Thorn, ca. 200 km nordwestlich von Warschau, ist reich an Baudenkmälern, weil es im letzten Krieg unversehrt blieb. Hier beginnt die Backsteingotik der Kreuzritter.Das an flandrischen Beispielen orientierte Rathaus aus dem 14. Jh. beherbergt das sehenswerte Regionalmuseum (Di-So 10-16 Uhr) mit Münzen und Gemälden polnischer Könige. Am imposantesten sind die Sakralbauten: die Marienkirche (ul. Panny Marii) und die Johanniskirche (ul. Św. Jana) in der Altstadt und die Jakobskirche am Marktplatz der Neustadt. Vom Terrassencafé auf dem Gelände der Kreuzritterburg, die 1454 von Bürgern zerstört wurde, haben Sie einen schönen Blick auf die Weichsel.Unterkunft im großen und neuen Hotel Filmar, 128 Zi., ul. Grudziądzka 45, Tel. 056/619 48 00, Fax 619 48 07, www.hotelfilmar.pl, €€. Polnische Küche bietet das Zajazd Staropolski, tgl., ul. Żeglarska 10/14, Tel. 056/622 60 60, €€.

Żelazowa Wola

Etwa 60 km westlich von Warschau wurde der Komponist und Pianist Fryderyk Chopin (1810-49) geboren. Im Sommer finden im Park des Landhauses sonntags Klavierkonzerte statt (Mai-Sept., 11 und 15 Uhr). Museum im Sommer 10-17.30, sonst 10-16 Uhr

 

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